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Das Thema Schlafapnoe hat sehr viele Facetten. Und wie bei fast allen medizinischen Fachgebieten gibt es zu jedem einzelnen Aspekt umfassende Detail-Informatiomen. Auf dieser Seite ist noch einmal viel Wissenswertes für Sie zusammengestellt.
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Werden die nächtlichen Atemaussetzer nicht behandelt, können diese durchaus schwere Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Vor allem das Herz-Kreislauf-System wird stark belastet. Die permanente Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff beeinflusst viele lebenswichtige Körperfunktionen negativ.
Bei Nichtbehandlung der Schlafapnoe kann es zu schweren Folgeerkrankungen kommen, wie z.B. starken Bluthochdruck, Herzbeschwerden, Hirndurchblutungsstörungen oder sogar Schlaganfall.
Außerdem kann es passieren, dass man tagsüber von regelrechten "Schlafattacken" übermannt wird. Diese werden durch den fehlenden, ruhigen Nachtschlaf verursacht. Treten solche Einschlafphasen zum Beispiel während des Autofahrens auf (Sekundenschlaf), besteht akute Unfall- und damit Lebensgefahr.
Wenn Sie vermuten, vielleicht an einer Schlafapnoe zu leiden, sollten Sie zunächst am besten mit Ihrem Hausarzt darüber sprechen. Er kann Ihnen ein kleines Risikoscreeninggerät mit nach Hause geben. Dieses Gerät misst während des Schlafes verschiedene Körperfunktionen, wie z.B. Herzfrequenz, Atemfluss oder Schnarchgeräusche. Verdichten sich nach der Auswertung dieser Daten die Hinweise auf eine Schlafapnoe, wird Ihr Arzt mit Ihnen die weiteren Schritte besprechen und Sie für eine Untersuchung in einem Schlaflabor anmelden .
Ein Schlaflabor ist mit einer Station im Krankenhaus zu vergleichen. Sie verbringen dort einige Nächte, damit eine umfangreiche Schlafuntersuchung (Polysomnographie) durchgeführt werden kann. Während Sie schlafen werden die Atmung, der Herzrhythmus, die Hirnströme und Muskelaktivitäten genau aufgezeichnet. Gleichzeitig werden die Schnarchgeräusche über ein Mikrofon aufgenommen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung bilden die Grundlage für ein ausführliches Patientengespräch. Der behandelnde Arzt beschließt daraufhin gemeinsam mit dem Patienten, welche Therapiemöglichkeiten im jeweiligen Fall die besten sind.
Wenn Sie bei sich Beschwerden bemerken, die auf eine Schlafapnoe hinweisen, sollten Sie sich immer zuerst an Ihren Hausarzt wenden. Sollte es notwendig sein, wird dieser Sie an einen Facharzt überweisen, der Sie dann an ein Schlaflabor überweist. Sie sollten sich dann in einem Schlaflabor untersuchen lassen, wenn Sie:
- Ein- oder Durchschlafstörungen von mehr als vier Wochen Dauer haben
- häufig oder längerfristig Schlafmittel einnehmen
- tagsüber häufig und scheinbar grundlos sehr müde sind oder sogar unfreiwillig einschlafen
- beim Autofahren einschlafen oder häufig wegen Müdigkeit Pause machen müssen
- stark und unregelmäßig schnarchen oder Ihr Bettpartner Atempausen bemerkt hat
- morgens völlig zerschlagen und müde aufwachen
- nachts stark schwitzen
Die mit Abstand wichtigste und erfolgreichste Therapie ist die Behandlung mit Atemtherapiegeräten. Überwiegend werden nasale Überdruckgeräte eingesetzt (CPAP = Continuous Positive Airway Pressure). Vor dem Einschlafen legt der Patient eine Atemmaske an, die durch einen Schlauch mit dem Therapiegerät verbunden ist. Vom dort aus wird die Überdruckluft durch den Schlauch in die Atemwege geleitet. Damit wird erreicht, dass sich die oberen Luftwege nicht verschließen, und der Patient in der Nacht frei durchatmen kann.
Ein Therapiegerät, das Sie bei sich zuhause anwenden können, wird Ihnen von Ihrem behandelnden Arzt im Schlaflabor verschrieben.
Ein Therapiegerät ist ein medizinisches Hilfsmittel. Daher übernimmt in der Regel die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für Ihre komplette Versorgung, sofern die Therapie medizinisch notwendig ist. Es ist in der Regel, außer der gesetzlichen Zuzahlung, keine Selbstbeteiligung an den anfallenden Kosten zu erwarten.
Für privat Versicherte kann die Kostenübernahme für die Versorgung je nach Krankenversicherung und den individuell geschlossenen Verträgen variieren. Sie sollten daher immer vorab die Kostenfrage mit Ihrer Krankenversicherung klären.
Zu Beginn der Therapie ist der Gebrauch der Maske sicherlich ungewohnt. Man gewöhnt sich jedoch recht schnell an die neue Situation, und die Verwendung geht wie selbstverständlich in die alltäglichen Schlafgewohnheiten über. Wichtig ist, dass die Maske eine gute Passform hat und keine Druckstellen hinterlässt. Deshalb wird jede Atemmaske individuell auf den Patienten angepasst.
Verglichen mit anderen Therapieformen ist die Beatmungstherapie sehr gut verträglich. Hin und wieder kann es durch die Luftströmung dazu kommen, dass die Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich austrocknen. Zuverlässige Abhilfe schafft ein Atemluftbefeuchter, der die zugeführte Luft leicht mit Wasserdampf versetzt. So werden die Schleimhäute nicht mehr gereizt.
Da immer auch etwas Luft verschluckt wird, kann es bei einigen Patienten unmittelbar nach dem Aufstehen zu verstärktem Aufstoßen und Völlegefühl kommen. Dies klingt in den meisten Fällen aber schnell wieder ab.
Die Schlafapnoe kann zwar sehr gut behandelt, aber leider noch nicht geheilt werden. Dies bedeutet, dass die Anzahl der nächtlichen Atemaussetzer nicht weniger wird, wenn man die Therapie absetzt.
Schläft man also ohne Maske, treten sofort alle Symptome wieder auf. Daher ist es wichtig, die Therapie möglichst jede Nacht anzuwenden. Ansonsten kommt es sofort wieder zum gefährlichen Ablauf von Atemstillstand und lautem Luftschnappen.
Falls Sie das Therapiegerät einmal nicht benutzen können, zum Beispiel bei Erkältungskrankheiten, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt. Er kann mit Ihnen klären, ob es unproblematisch ist, die Therapie für eine kurze Zeit zu unterbrechen.
Es gibt verschiedene Typen und Ausführungen von Beatmungsgeräten, die auch je nach Herstellerfirma und Einsatzgebiet unterschiedlich sind. Während Ihres stationären Aufenthalts in einem Schlaflabor werden Sie auf ein ganz bestimmtes Beatmungsgerät eingestellt. Dieses wird vom behandelnden Arzt danach ausgewählt, welcher Beatmungsdruck und welche Beatmungsform für Sie persönlich nötig ist. Darüber hinaus spielen eventuelle andere Erkrankungen und Ihr subjektives Empfinden eine Rolle bei der Auswahl. Außerdem sind Dinge wie Größe, Gewicht oder Lautstärke für eine gute Akzeptanz wichtig.
Grundsätzlich gibt es auch andere Therapieformen für die Behandlung der Schlafapnoe. Für sehr leichte Ausprägungen kann eine bestimmte Medikamenten-Behandlung versucht werden. Die Erfolgsrate ist allerdings nicht sehr hoch. Darüber hinaus können teilweise operative Eingriffe im Nasen- und Rachenbereich das Schnarchen reduzieren oder beseitigen. Der Erfolg solcher Operationen hängt jedoch immer von der Ursache des Schnarchens ab und ist im Einzelfall nicht vorhersehbar. Für einzelne Patienten kommen unter bestimmten Umständen auch operative Gesichtsschädelkorrekturen in Frage, ebenso wie die Vorverlagerung des Unterkiefers.
Alternativ werden diverse Geräte zur Anwendung im Mund angeboten, die auf verschiedene Art das Schnarchen verhindern sollen. Doch bei keinem dieser Hilfsmittel ist bis jetzt eine zuverlässige Wirksamkeit nachgewiesen worden. Welche Therapie für Sie die richtige ist, hängt von vielen individuellen Faktoren ab, darunter die Art und Ausprägung Ihres Krankheitsbildes und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand.
Sie können Sich an Ihr Schlaflabor oder den behandelnden Arzt wenden. Für viele Fragen sind aber auch die Selbsthilfegruppen eine sehr gute Anlaufstelle. Ein bundesweites Adressverzeichnis finden Sie hier:
Selbsthilfegruppen in meiner Nähe.
Bitte beachten Sie, dass die Herstellerfirma Ihres Beatmungsgerätes Ihr Ansprechpartner für Ersatzteile und Zubehör ist. Damit die Krankenkasse die Kosten hierfür übernimmt, benötigen Sie jeweils ein ärztliches Rezept.
Die Herstellerfirmen bieten einen sehr hohen Standard an Dienstleistungen. Viele Unternehmen bieten Service rund um die Uhr. Adressen der Hersteller befinden sich jeweils auf der Gebrauchsanweisung oder dem Gerät selbst. Ersatz- bzw. Verschleißteile, wie z.B. Luftfilter oder eine Maske, müssen regelmäßig ersetzt werden. Dazu benötigen Sie jeweils ein Rezept des behandelnden Arztes.
Die vorgeschriebenen Wartungsintervalle ergeben sich aus den Angaben in der jeweiligen Gebrauchsanweisung.
Beinahe die Hälfte aller Deutschen schnarcht zumindest manchmal. Und da Schnarchen viele Ursachen haben kann, ist es kein klarer Indikator für eine Schlafapnoe. Ein ernstzunehmendes Warnzeichen ist allerdings dauerhaft starkes und unregelmäßiges Schnarchen nach dem Prinzip "Schnarchen - Stille - Luftschnappen". Auch wenn andere Risikofaktoren hinzukommen, sollten Sie ein besonderes Augenmerk darauf haben, ob Sie sich tagsüber oft unausgeschlafen und erschöpft fühlen. Dazu gehören zum Beispiel starkes Übergewicht, eine Diabetes-Erkrankung oder übermäßiger Nikotin- und Alkoholgenuss. Im Zweifelsfall sollten Sie sich für eine erste Untersuchung an Ihren Hausarzt wenden.
Wie bei vielen anderen Erkrankungen ist auch bei der Schlafapnoe eine gesunde Lebensweise die beste Vorbeugung. Dies bedeutet, in möglichst allen Lebensbereichen darauf zu achten, sich ausgewogen zu verhalten: Die richtige Balance zwischen Job und Privatleben, genügend Sport und Bewegung, eine gesunde Ernährung und natürlich auch persönliche Auszeiten für Ruhe und Entspannung. Absolut sichere Maßnahmen gibt es allerdings nicht, denn grundsätzlich kann die Schlafapnoe jeden treffen, unabhängig von Alter oder Geschlecht. Zur größten Risikogruppe allerdings gehören stark übergewichtige Männer ab 40 Jahren.
Unter diesem Begriff sind Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen definiert, die einen gesunden Schlaf fördern. Dazu gehört zum Beispiel die richtige Schlafumgebung: Das Schlafzimmer sollte möglichst abgedunkelt sein, eine hochwertige Matratze ist wichtig für bequemes Liegen und störende, laute Geräusche sollte man so weit als möglich ausschließen, bei Bedarf mit Ohrstöpseln. Ebenso ist ein kühles (aber nicht zu kaltes) Zimmer mit ausreichend Frischluft hilfreich.
Außerdem spielt das Verhalten vor dem Schlafengehen eine Rolle. So fördert zum Beispiel regelmäßiger Sport den Schlaf, allerdings hängt das von der Tageszeit ab: ab sechs Stunden vor dem Zubettgehen sollten Sie sich nicht mehr übermäßig sportlich anstrengen.
In Sachen Ernährung sollten Sie besonders abends auf schwere, üppige Mahlzeiten verzichten. Ein kleiner, leichter Happen hingegen kann durchaus zum gesunden Schlaf beitragen. Besonders Milchprodukte enthalten die schlaffördernde Substanz Tryptophan und sind somit sehr gut als Abendessen geeignet.